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EuGH-Entscheidung ermöglicht Rückerstattung von Verlusten bei illegalem Online-Glücksspiel vor 2021

Geschrieben von Kai Schmidt · 10.7.2026

EuGH-Entscheidung ermöglicht Rückerstattung von Verlusten bei illegalem Online-Glücksspiel vor 2021

Illustration zum EuGH-Urteil über Online-Glücksspiel und Verlustrückerstattung in Deutschland

Das Europäische Gerichtshof hat in einem deutschen Verfahren entschieden, dass Spieler Verluste aus illegalen Online-Glücksspielen wie Slots und Sportwetten auch dann zurückfordern können, wenn die nationale Gesetzgebung später eine Liberalisierung vornahm, und diese Möglichkeit besteht unabhängig vom späteren Inkrafttreten neuer Regelungen. Das Urteil betrifft konkret Verluste zwischen 2019 und 2021, also vor der Liberalisierung durch den neuen Glücksspielstaatsvertrag im Juli 2021, und eröffnet vergleichbare Ansprüche gegen nicht lizenzierte Anbieter. EU-Recht steht zivilrechtlichen Rückforderungsansprüchen für verlorene Einsätze nicht entgegen, wie aus den Verfahrensunterlagen hervorgeht.

Beobachter stellen fest, dass das Verfahren aus einem konkreten Fall stammt, in dem ein Spieler aus Deutschland Einsätze bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz getätigt hatte, und die späteren gesetzlichen Änderungen keine rückwirkende Legalisierung dieser früheren Aktivitäten bewirkten. Richter am EuGH prüften die Vereinbarkeit mit EU-Vorschriften und kamen zu dem Schluss, dass nationale Gerichte solche Erstattungsklagen zulassen dürfen, ohne dass europäisches Recht dem entgegensteht. Daten aus dem Verfahren zeigen, dass die betroffenen Verluste in diesem Zeitraum entstanden und die Klage auf zivilrechtliche Grundlagen gestützt wurde.

Hintergründe des deutschen Falls

Der zugrunde liegende Sachverhalt reicht in die Jahre 2019 bis 2021 zurück, als in Deutschland noch strengere Regelungen für Online-Glücksspiele galten und Anbieter ohne entsprechende Erlaubnis als illegal operierten, während das neue Regelwerk erst im Juli 2021 in Kraft trat und damit einen Wandel einleitete. Forscher und Juristen, die den Fall verfolgt haben, berichten, dass der Kläger seine Einsätze bei einem nicht lizenzierten Portal platziert hatte und später auf zivilrechtlichem Weg die Rückzahlung verlangte. Das EuGH-Urteil bestätigt, dass solche Ansprüche nicht durch die spätere Gesetzesänderung ausgeschlossen werden, und es schafft damit eine Grundlage für weitere Verfahren in vergleichbaren Konstellationen.

Statistiken aus dem Glücksspielmarkt verdeutlichen, dass in diesem Zeitraum zahlreiche Plattformen ohne nationale Zulassung tätig waren, und die Entscheidung richtet sich gezielt an diese Situation, ohne andere Aspekte des Marktes zu berühren. Experten haben beobachtet, dass das Urteil die Position von Spielern stärkt, die vor der Liberalisierung aktiv waren, und es verweist ausdrücklich darauf, dass EU-Vorgaben zivilrechtliche Restitutionsklagen nicht blockieren. Die Pressemitteilung des Gerichtshofs zu diesem Verfahren, die unter dem Aktenzeichen C-440/23 veröffentlicht wurde, fasst die wesentlichen Punkte zusammen und steht hier zur Einsicht bereit.

Auswirkungen auf Spieler und Anbieter

Spieler, die zwischen 2019 und 2021 Verluste bei nicht lizenzierten Anbietern erlitten haben, können nun auf Basis dieses Urteils zivilrechtliche Schritte einleiten, und Gerichte in Deutschland sowie potenziell in anderen Mitgliedstaaten werden ähnliche Fälle entsprechend prüfen. Behörden und Rechtsvertreter weisen darauf hin, dass die Entscheidung keine automatische Erstattung garantiert, sondern vielmehr den Weg für individuelle Klagen ebnet, bei denen die Illegalität des Angebots im relevanten Zeitraum nachgewiesen werden muss. In der Praxis bedeutet dies, dass Anbieter ohne Lizenz mit vermehrten Forderungen rechnen müssen, während lizenzierte Plattformen von dieser Entwicklung nicht direkt betroffen sind.

Im Juli 2026 laufen weiterhin Evaluierungen des bestehenden Regelwerks, und diese könnten zusätzliche Klarheit für laufende oder künftige Verfahren schaffen, ohne jedoch den Kern des EuGH-Urteils zu verändern. Vertreter von Verbraucherschutzorganisationen haben bereits angekündigt, Betroffene bei der Vorbereitung von Ansprüchen zu unterstützen, und erste Verfahren in niedrigeren Instanzen zeichnen sich ab. Die Entscheidung beschränkt sich auf die Rückforderung von Einsätzen und umfasst keine weiteren Schadenspositionen oder Strafzahlungen.

Grafik zur Entwicklung des deutschen Glücksspielmarkts und rechtlichen Rahmenbedingungen

Rechtliche Einordnung innerhalb der EU

Das Urteil reiht sich in eine Reihe von Entscheidungen ein, die nationale Kompetenzen im Glücksspielbereich mit europäischen Grundfreiheiten in Einklang bringen, und es betont ausdrücklich, dass zivilrechtliche Restitutionsansprüche mit EU-Recht vereinbar bleiben. Juristen analysieren, dass die Richter damit eine klare Abgrenzung zwischen regulatorischen Verboten und individuellen Schadensersatzansprüchen vorgenommen haben, ohne die Mitgliedstaaten in ihrer Gesetzgebungskompetenz einzuschränken. In Deutschland hat das Urteil bereits zu Diskussionen bei Anwaltskanzleien und Verbraucherzentralen geführt, die nun prüfen, wie viele weitere Fälle aus dem genannten Zeitraum betroffen sein könnten.

Belege aus dem Verfahrensgang zeigen, dass die Kommission und nationale Behörden Stellungnahmen abgegeben hatten, bevor das Gericht die endgültige Entscheidung traf, und diese Dokumente unterstreichen die Tragweite für grenzüberschreitende Angebote. Die Möglichkeit, Verluste zurückzufordern, gilt unabhängig davon, ob der Anbieter später eine Lizenz erworben hat oder nicht, solange die Aktivität zum Zeitpunkt der Einsätze als illegal galt. Solche Konstellationen betreffen vor allem Slots und Sportwetten, die in dem genannten Zeitraum ohne deutsche Erlaubnis angeboten wurden.

Schlussfolgerung

Das EuGH-Urteil schafft eine verbindliche Grundlage für zivilrechtliche Ansprüche von Spielern, die vor Juli 2021 bei illegalen Online-Angeboten Verluste erlitten haben, und es erlaubt deutschen Gerichten, diese Klagen ohne Konflikt mit EU-Recht zu bearbeiten. Weitere Verfahren werden zeigen, wie sich die Praxis entwickelt, während die Entscheidung selbst auf den konkreten Zeitraum und die beschriebene Sachlage beschränkt bleibt. Betroffene können sich an spezialisierte Rechtsberatung wenden, um die individuellen Voraussetzungen zu prüfen.